Ist Tofu bzw. Soja immer gut?

Es gibt auch immer wieder kritische Stimmen zu Tofu. Natürlich ist kein Lebensmittel zu 100% in jeder Hinsicht korrekt, aber wir wollen mit einigen Vorurteilen aufräumen und erklären, warum Tofu sehr viel Gutes für Mensch, Tier und Umwelt tuen kann.

Durch Sojaanbau werden Regenwälder zerstört?

Jein. Das meiste Soja wird an Tiere verfüttert. Jährlich werden in Deutschland etwa 4,6 Mio. Tonnen Sojaschrot in der Futtermittelindustrie eingesetzt. Und nur 3% wird für den menschlichen Verzehr verwendet!

80% des weltweit angebauten Sojas wird als Tierfutter für Geflügel, Rinder, Schweine verwendet. Die Nachfrage ist leider steigend, da es sehr billig ist. Der Rest wird bspw. für Sojaöl verwendet.
Pro Minute wird allein in Brasilien Regenwald in einer Größenordnung von 2,5 Fußballfeldern abgeholzt, weltweit täglich eine Fläche so groß wie München.

Der Großteil des Futter-Sojas (ca. 90 Prozent) kommt aus Ländern, in denen fast nur noch gentechnisch veränderte Sojabohnen angebaut werden. Und so landet die Gentechnik auf den Tellern der Verbraucher, ohne dass sie es wissen.
Denn obwohl im Futter der Tiere gentechnisch verändertes Soja enthalten ist, müssen die Endprodukte wie Fleisch, Eier oder Käse nicht gekennzeichnet werden.

Rein rechnerisch werden jährlich 63 Kilogramm Sojaschrot für jeden EU-Bürger importiert, weil sonst die billige Fleisch”produktion” so wie sie aktuell bei uns üblich ist, nicht stattfinden könnte.
Vegetarier und Veganer essen davon nur einen verschwindend geringen Bruchteil…

Heimischer Anbau ohne Gentechnik statt Importe

Außerdem kommt – im Unterschied zum Tierfutter – das Soja für Produkte wie Tofu, Sojamilch etc., die wir hier in Deutschland kaufen können, allesamt von Anbietern, die europäische, gentechnikfreie Sojabohnen verwenden. Der überwiegende Teil ist zudem bio-zertifiziert.
Sojabohnen wachsen inzwischen auch sehr gut in Österrich, Frankreich und Deutschland.
Die Flächen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. In Deutschland werden insziwschen auf über 17.500 Hektar Sojabohnen angebaut. Tendenz steigend.

Käufer sollten bei den Sojaprodukten auf Bio-Qualität achten. Für sich und die Umwelt.

Regenwälder werden für Fleischesser gerodet, nicht für Veggies

“Das Soja, was an Tiere in der EU verfütter wird, wird zum großen Teil in agrarindustriellen Monokulturen angebaut. Die globale Anbaufläche beträgt inzwischen über 110 Millionen Hektar, fast das Dreifache der Größe der Bundesrepublik. 80 Prozent der Soja-Weltproduktion werden zu Mehl verarbeitet, das als Futtermittel verwendet wird. Mehr als eine Viertel des Weltbedarfs an Pflanzenöl wird aus Soja gewonnen. Sojaöl findet sich beispielsweise in Margarine, Mayonnaise und Kosmetika. In Lateinamerika stammen bereits über zwei Drittel der Bohnen von so genannten transgenen, also gentechnisch veränderten Pflanzen. Der Soja-Boom hat oft verheerende Folgen für die Umwelt. Sojafelder fressen sich in wertvolle Wälder und seltene Savannen wie den brasilianischen Cerrado, die artenreichste Savanne der Welt. Gewässer werden zudem durch erheblichen Pestizid- und Düngereinsatz verschmutzt.”

Quelle: http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/genmanipuliertes-soja/

Würden also weniger oder keine Menschen mehr Fleisch essen, bräuchte man nicht mehr diese riesigen Anbauflächen um erst die Tiere zu füttern, die dann gegessen werden. Verzehrt man pflanzliche Koste direkt (ohne Umweg über einen Kuh- oder Schweinemagen), spart man viel Fläche, Wasser und Geld, verhindert Tier- und Menschenleid und lebt gesünder!

Tofu schmeckt nicht?

Geschmäcker sind natürlich verschieden, aber jeder gute Koch weiß: Tofu ist ein äußerst vielfältiges Lebensmittel, was sich hervorragend für genussvolle Gerichte eignet. Man muss ihn nur richtig zubereiten. Mit der richtigen Würze und Marinade ist er ein köstliches Lebensmittel. Die Menschen in Asien wissen das schon ein paar Jahrtausende länger als wir!
Außerdem: Schon mal rohes Fleisch ohne Würze probiert? Oder Mehlpampe ohne alles…? 😉

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